Freitag, 20. September 2013

Nähauftrag der Tochter : Shirt in Wickeloptik

Die Tochter wünschte sich dringend ein Partykleid für diverse anstehende Feierlichkeiten und fragte an, ob ich bereit wäre, ihr eines zu nähen.

Ich verwies sie auf meine Schnittmustersammlung und die Tochter verzog sich in mein Nähzimmer.

Nach einiger Zeit kam die Tochter mit einem Stapel an Schnittmustern zu mir und erklärte, sie hätte nicht nur den Schnitt für ein Partykleid gefunden, sondern auch noch einige andere coole Schnitte, die sie auch sehr, sehr gerne hätte und ihre Garderobe prima ergänzen würden.

Angesichts des Stapels habe ich erst einmal geschluckt.

Andererseits nähe ich natürlich gern und außerdem hat die Tochter sich einige Schnitte ausgewählt, die ich für mich nie nähen würde, aber durchaus reizvoll und interessant fände, sie einmal ausprobieren zu können.

Ich erklärte mich also einverstanden, unter der Voraussetzung, dass die Tochter das Kopieren und Ausschneiden der ausgewählten Schnittmuster selbst übernimmt.

Dann erstellten wir zusammen eine Liste, wieviel und welche Stoffe in was für einer Farbe gebraucht werden und welches Nähzubehör noch zu besorgen ist.
Und gaben schließlich eine fette Bestellung im Internet auf.

Den Anfang macht nun das Shirt 119 in Wickeloptik aus Burda 10/2012
Im Heft sieht das Shirt ganz bezaubernd aus und das in Falten gelegte Vorderteil gefiel mir sehr gut.

An diesem Shirt hatte ich mich schon einmal versucht.
Burda empfiehlt feinen Elastikjersey, den ich wegen der doppelten Lage im Vorderteil auch für mein Shirt verwendete. Genäht hatte ich das Shirt in Gr.38.

Von hinten saß das Shirt aufgrund zweier Abnäher im Rückteil sehr gut, allein das Vorderteil war zu "schlabberig" und ich zupfte nach Bewegung ständig am Ausschnitt herum und fühlte mich unwohl.
Schließlich habe ich das Shirt entsorgt.

Für die Tochter wollte ich den Schnitt jetzt nochmal versuchen.

Diesmal habe ich einen festeren Baumwolljersey mit Spandex von Stoff und Stil verwendet,  den die Tochter sich in der Farbe Rosa ausgesucht hat.
Zusätzlich ließ ich die Tochter den Schnitt noch einmal in Gr.36 kopieren.

Nähen ließ sich das Shirt problemlos.
An den Ausschnittkanten ließ ich zur Verstärkung ein Gummiband mitlaufen, statt Formband aufzubügeln.
Säume und Ausschnittkanten sind mit der Zwillingsnadel gesteppt.

Der zweite Versuch ist gelungen.
Das Shirt passt und gefällt, sowohl mir, als auch der Tochter.




















Fotos: Von mir

LG von Susanne

Mittwoch, 18. September 2013

MMM mit Jerseybluse

Blusen trage ich recht selten, weil ich nun mal nicht gerne bügele.
Und ich habe auch selten eine Flasche Whiskey im Vorrat, wie Heather B es vorschlägt.

Aber als ich bei Monika von wollixundstoffix diese Bluse aus Jersey gesehen habe, wußte ich sofort, dass ich auch eine Jerseybluse nähen möchte.

Der Schnitt stand schnell fest, er ist aus der ottobre 2/2002, Nr.41 und ich habe ihn hier bereits aus Baumwollstoff genäht.
Dieser Schnitt sitzt aus Baumwollstoff recht figurnah durch Abnäher im Vorder- und Rückteil und hat 3/4 Ärmel, was ich ja gerne mag.
Kopiert hatte ich den Schnitt in Gr. 38, aber da ich ihn diesmal aus Jersey nähen wollte und wenig Lust hatte, den Schnitt um eine Größe zu verkleinern, habe ich den vorhandenen Schnitt ohne Nahtzugabe zugeschnitten. ( Ja, ich weiß, das ist nicht sehr professionell.)

Genäht habe ich die Bluse aus rotem Baumwolljersey mit etwas Elasthan vom Königreich der Stoffe. Diese Stoffqualität gefällt mir sehr gut, auch ist dieser Jersey dicker und fester als Viskosejersey, allerdings war er nicht eben einfach zu vernähen, da die Schnittkanten sich widerspenstig einrollten.

Die 3/4 Ärmel der Bluse habe ich, wie bei einem Shirt mit einem Bündchen versehen.
Den Kragen habe ich mit einer dünnen Einlage verstärkt.
Die Knopfleiste ist zugenäht und die Knöpfe nur zu Zierde aufgenäht.
In der Länge habe ich 2cm zugegeben, da ich meine Baumwollbluse nach diesem Schnitt mit der Originallänge ein wenig knapp finde.

Insgesamt ist die Bluse so geworden, wie ich es mir vorgestellt habe.
Figurnah, aber nicht zu eng, komfortabel wie ein Shirt, aber schick wie eine Bluse und bügelfrei.
Farblich ließ die Bluse sich mit der Kamera leider nicht richtig wiedergeben. Es handelt sich beim Stoff um ein klares Rot ohne Stich ins Orange.

Dazu trage ich die Hose Charlie Nr.2, die ich hier schon einmal vorgestellt habe.


Was die anderen Teilnehmerinnen sich genäht haben kann man sich heute wieder auf dem MMM-Blog ansehen.
Gastgeberin ist diesmal Julia von eben Julia, die ihr niegelnagelneues Kostüm präsentiert.
LG an die MMM-Crew und die anderen Teilnehmerinnen.


Fotos: Der Sohn



Sonntag, 15. September 2013

Wenn Wünsche wahr werden

Die Tochter äußerte hin und wieder den Wunsch, einen großen Bruder zu haben. Sie stelle sich das ganz wunderbar vor, einen älteren Bruder an ihrer Seite zu haben.

Der kleine Bruder (fast genau zwei Jahre jünger) saß immer still daneben und schaute seine Schwester mit großen Augen an, wenn die Tochter diesen Wunsch äußerte.

Wir Eltern erklärten dann stets, dass es für die Tochter sicher schön gewesen wäre, einen älteren Bruder zu haben, dass wir dies aber im nachhinein leider nicht mehr bewerkstelligen könnten.
Und nein, eine Adoption sei wirklich keine Option.

Wir stellten ihr aber in Aussicht, dass aus dem kleinen Bruder mit der Zeit von selbst ein großer Bruder werden würde, da er ihr aller Wahrscheinlichkeit nach in der Pupertät schlichtweg über den Kopf wachsen würde. Damit hätte sie dann quasi ihren Wunschbruder.

Und nun ist es soweit, die Tochter hat ihren "großen" Bruder bekommen.





LG von Susanne


Fotos:Von mir

Mittwoch, 11. September 2013

MMM mit folkloristisch angehauchtem Jäckchen

Hatten wir letzen Mittwoch noch wunderbar warmes Sommerwetter, so ist es diese Woche doch merklich kühler geworden.

Zeit für ein wärmendes Jäckchen.

Im Lanade-sale diesen Jahres hatte ich mich mit Wolle eingedeckt und den Sommer über zwei Herbstjacken gestrickt.

Das Modell, das ich heute trage, habe ich hier schon an der Puppe vorgestellt.
Getragen hält das Jäckchen, was ich mir davon versprochen habe. Es ist flaumig weich und leicht, aber dennoch wärmend und ich mag die 3/ 4  Ärmel.
Dazu habe ich meine Karobluse mit Röschen kombiniert-die Schnittbeschreibung gibt es hier-sowie eine Kaufjeans.

Das war diesmal kurz und bündig.

Auf dem MMM-Blog gibt es heute sicher wieder zahlreiche selbstgenähte Kombinationen und vielleicht auch das ein oder andere gestrickte Kleidungsstück  zu sehen.
Gastgeberin ist heute Juli ( Frau Kirsche ) in einem entzückenden Hemdblusenkleid.

Liebe Grüße an die MMM-Crew und die anderen Teilnehmer .









Fotos:Der Sohn

Mittwoch, 4. September 2013

MMM in lila Laune

Neulich beim Stadtbummel überließ ich die Teenager in der Buchhandlung sich selbst, um mich im großen Kaufhaus in der Stoffabteilung umzusehen.

Mitgenommen habe ich 1,5 m pflaumenfarbigen weichen Jersey.

Der Farbton des Stoffes passt für mich in die Herbst-/Wintergarderobe-im Sommer trage ich so eine Farbe nie, die dünne Stoffqualität des Jerseys dagegen ist eher für warme Sommertage geeignet.

Also beschloß ich, mir aus dem Stoff ein Übergangskleid zu nähen - solo getragen für die letzen warmen Sommertage und bei kühlerem Wetter mit Strickjacke und Strümpfen.

Als Schnitt schien mir Marly von der Schnittquelle geeignet. Diesen Schnitt hatte ich auch schon für mein Blumenkleid verwendet. Er passte gut und war schnell und unkompliziert zu nähen.

Aber jeder Stoff ist eben anders.


Beim Zuschnitt habe ich die Rockteile um 16 cm verlängert, um eine für mich passende Kleiderlänge zu erhalten.
Für die Ärmel habe ich mich für eine 3/4 Länge entschieden- ich mag diese Länge und sie erscheint mir auch übergangstauglich.
Statt des runden Ausschnitts wollte ich diesmal einen Ausschnitt mit Kragen haben und habe dies mit Hilfe des Shirtschnittes  aus der (Kinder-) Ottobre 3/07 Nr.35 entsprechend geändert.

Bei der Anprobe gefielen mir zwei Dinge gar nicht.
Zum einen wirkte der Kragen, den ich brav mit Einlage verstärkt hatte, zu dem weichfallenden Stoff des Kleides viel zu steif.
Zum anderen saßen die Brustabnäher zu weit außen.

Also habe ich den Kragen wieder abgetrennt und ohne Einlage zugeschnitten und angenäht.

Um den Sitz der Brustabnäher zu korigieren, habe ich vor dem Spiegel mit ein zwei Handstichen die Kleidmitte ein wenig gerafft.
Die dadurch entstandenen kleinen Fältchen finde ich optisch ganz nett und die Brustabnäher sitzen nun an der richtigen Stelle.

Richtig begeistert bin ich vom Gesamtergebnis nicht.
Mir gefällt die Stofffarbe und der Jersey ist weich und das Kleid angenehm zu tragen, aber obwohl ich ein Unterkleid trage, beschleicht mich das Gefühl, mein Nachthemd noch anzuhaben.

Heute zum MM-Mittwoch trage ich es zumindest testweise.

Wir haben pünktlich zum Schulbeginn wunderbares Sommerwetter und ich habe hier einen Teenager, der stets erst auf den letzen Drücker sein Bett verlässt, um dann in hektische Betriebsamkeit zu verfallen, bevor er im Schweinsgallopp zur Bushaltestelle rennt.
Zumindest ich in meinem Kleid bin bei der morgendlichen  Hektik nicht ins schwitzen gekommen.

Jetzt, wo alle das Haus verlassen haben, werde ich mir in Ruhe ansehen, was die anderen Näherinnen diese Woche produziert haben.
Gastgeberin ist heute Catherine von Allures-und-Coutures in ihrem ersten Herbstkostüm.






Fotos: Der Sohn


Mittwoch, 28. August 2013

MMM mit Rock in Wickeloptik

Optisch gefallen mir Wickelröcke gut.

Meine Schwiegermutter hat mir vor ca.10 Jahren einen schmalen knöchellangen Wickelrock aus dünnem Baumwollstoff genäht, der mich seitdem jedes Jahr in den Sommerurlaub begleitet.

So ein leichter Wickelrock trägt sich im Sommer sehr angenehm, allerdings hat er den Nachteil, dass man beim leisesten Windchen praktisch im Freien steht.

Was im Urlaub und am Strand akzeptabel ist, ist für den Alltag weniger günstig.

Auf der Suche nach einem Wickelrockschnitt, der bei unbedachter Bewegung oder Windstößen nicht auseinanderklafft und unerwünschte Einblicke gewährt, bin ich bei Burda 6/2009 Nr.104 fündig geworden.
Hierbei handelt es sich um einen schmalen Rock mit einer zusätzlichen Überrockbahn im Vorderteil, wodurch eine Wickeloptik erzielt wird.
Ein Fake-Wickelrock erschien mir eine gute Lösung.

Stoff war noch vorhanden-ein Baumwollleinen von Stoff und Stil, das ich in der Farbe Khaki bestellt hatte, aber sich in Natura als simples Beige herausgestellt hat.
Beige ist so gar nicht meine Farbe, denn damit sehe ich einfach nur blaß aus. Aber als Rock und um den Schnitt auszuprobieren, fand ich den Stoff ganz in Ordnung.

Genäht habe ich den Rock in Gr.36 . Seitlich wird er mit einem Nahtreißverschluß geschlossen und Abnäher im Vorder- und Rückteil sorgen für einen guten Sitz
.
Apropos Abnäher: Julia von sewing galaxy hat in einem sehr aufschlußreichen Post beschrieben, wie die Abnäher eines schmalen Rockes je nach Lage und Form  die Silhouette beeinflußen.

Burda zeigt den Rock in zwei Varianten. Zum einen kann man die Vorderrockbahn mit Knöpfen befestigen, zum anderen wird die Kante der Überrockbahn mit Zierstichen betont und mit einem breiten Bindeband  seitlich geschlossen.

Passende Knöpfe hatte ich nicht im Haus und ein Bindeband wollte ich nicht, da ich Shirts auch gerne über dem Rock trage.
Ich habe daher die Kante der Überrockbahn mit einer noch vorhandenen Borte verziert und  den Überrock zur Befestigung ein Stück auf dem unteren Rockteil angenäht.

Die vorgesehenen Pattentaschen habe ich weggelassen und gesäumt habe ich mit Blindstich.

Wegen der Farbe wird der Rock wohl kein Lieblingsteil werden, obwohl er sich dadurch natürlich mit Oberteilen in allen Farben und Mustern kombinieren lässt und auch gut zu meinen neuen Sandalen passt. Tragen läßt er sich allerdings gut.

Da ich ihn heute anhabe, zeige ich ihn beim MMM, der nach der Sommerpause heute wieder startet.
Ich freue mich schon darauf, mir gleich eine Vielzahl von selbstgenähten Kleidungsstücken anzusehen und mir neue Anregungen zu holen.
Gastgeberin ist heute Wiebke von Kreuzberger Nähte, die nach den aktuellen Nävorhaben fragt.
Ich muß sagen, der schöne Sommer und die langen, bei uns noch andauernden Sommerferien haben mich faul werden lassen. Momentan genieße ich lieber das schöne Wetter. Zwar habe ich Nähpläne  und mir auch einige neue Schnitte für den Herbst zugelegt, allerdings kann ich mich noch nicht so recht aufraffen. Aber das wird schon wieder kommen.
Liebe Grüße an die MMM-Crew und die anderen Teilnehmerinnen.














Fotos: Im blauen Shirt vom Ehemann.
Da diese etwas unscharf geworden sind, hat der Sohn mit seiner Kamera  nachgelegt. Hierfür habe ich auch das Shirt gewechselt.

Shirts : Gekauft.

Donnerstag, 15. August 2013

Shorts für die Tochter


Vor ein paar Wochen habe ich bei Julia von sewionista einen Blumenstoff gewonnen, worüber ich mich sehr gefreut habe. Vielen Dank nochmal dafür.

Julia selbst hat sich aus dem Stoff eine wunderbare Hose genäht.

Als das Stoffpäckchen bei mir ankam, hat die Tochter den rosagrundigen Blumenstoff sehr bewundert.
Die begehrlichen Blicke der Tochter machten mir klar, dass ich aus dem Stoff  etwas für die Tochter nähen möchte, zumal sie nicht oft einen Wunsch in dieser Richtung äußert und Farbe und Muster des Stoffes genau ihr "Ding" waren.
Ich habe ihr daher vorgeschlagen, ihr aus dem Stoff eine Shorts zu nähen. Die Tochter liebt Shorts im Sommer und hat sofort zugestimmt.
Ein entsprechender Schnitt war mit Nr.105 aus der Burda 7/2013 schnell gefunden.
Dieser Schnitt hat mit einem Hosenreißverschluß,  Hüftpassentaschen, Bundfalten im Vorderteil und Saumaufschlägen viele schöne Details und ist insgesamt so kurz, wie es der Tochter gefällt.
Die vorgesehenen Gürtelschlaufen habe ich mir allerdings erspart, da die Tochter keine Gürtel mag und nie welche trägt. Dafür habe ich den Bund nicht mit Einlage verstärkt, sondern ein 4cm breites Gummiband in den Bund eingezogen. Dadurch ist der Bund verstärkt und guter Sitz gewährleistet.

Genäht habe ich die kleine Hose in Gr.36 und sie hat erfreulicherweise ohne Änderungen sofort gut gepasst.
Der Stoff, fest und leicht stretchig, war für eine Shorts gut geeignet und ließ sich problemlos vernähen. Einen Rest habe ich noch übrig, eventuell reicht es noch für einen Rock-mal sehen.

Hier nun die Bilder, die in unserem Frankreichurlaub im Garten des Hauses der Schwägerin und des Schwagers entstanden sind, welches wir als Ferienhaus nutzen durften, während der Schwager mit seiner Familie in Spanien urlaubte.
Übrigens hat das Kind keinen Ausschlag an den Beinen, sondern zahlreiche Mückenstiche, die sie, trotz Einsprühens mit diversen Mückenmitteln, jedes Jahr wieder abbekommt.

Die Tochter hat die Shorts im Urlaub häufig getragen und außerdem beim Stadtbummel noch passende rosa Stoffsneaker gefunden.



LG Susanne


Fotos:Von mir selbst