Montag, 10. August 2020

Ready For Summer im kurzen Jumpsuit oder noch ein Wunschmodell

Neben dem Sommerkleid, das ich für die Tochter umgesetzt hatte und im vorletzten Post gezeigt habe, stand noch ein weiteres Stück auf ihrer Wunschliste-ein kurzer Overall in sommerlichem Weiß.

Wie schon beim Kleid hatte ich nur ein Modellbild, für das ich einen Schnitt suchen musste, der dem Original möglichst nahe kommt.

Gefunden habe ich diesen Overallschnitt:


Quelle:Burda Kaufschnitt 6408


Direkt übernehmen konnte ich:

-die kurze Version ohne Tunneldurchzug


Um den Schnitt an das Wunschmodell anzugleichen, musste ich nur noch

-eine durchgehende Knopfleiste, statt einem Reißverschluß hinzufügen,

-sowie große Brusttaschen aufsetzen


Fein, dachte ich mir, ein schnelles, leicht umzusetzendes Projekt.

Und da ich nur eine Knopfleiste hinzukonstruieren musste und dies nicht der erste Jumpsuit nach einem Burdaschnitt für die Tochter werden sollte, entschied ich mich, kein Probemodell  anzufertigen, sondern gleich den "richtigen" Stoff anzuschneiden.

Bestellt hatte ich einen schönen Leinen-Baumwolle-Webstoff mit etwas Stretch in Weiß..

Der Stoff war ursprünglich für das oben genannte Sommerkleid gedacht, aber dafür wäre er zu fest gewesen.

 Für den Jumper aber war er ideal.


Das Nähen ging problemlos und bald lag der Overall fast fertig vor mir.

Es fehlten noch die aufgesetzten Brusttaschen, die Knöpfe und Knopflöcher, der Saum und die Länge der Träger musste vor dem endgültigen Fixieren überprüft werden


Da ich auch bei diesem Stück in Abwesenheit der Tochter genäht habe, bin ich für eine erste Anprobe selbst in den Jumper geschlüpft.

Katastrophe !-der Schritt der Hose hing mir in den Kniekehlen.

Zwischen Ober- und Hosenteil war viel zuviel an Länge.


Ich sah mir die technische Zeichnung auf dem Schnittbild noch einmal genauer an.

Es gibt zwei Varianten, einmal mit, einmal ohne Taillentunnel mit Gummidurchzug.

Bei der einen Version wird die Mehrlänge  durch den Taillentunnel aufgefangen und das Oberteil schoppt sich lässig über den Tunnel.

Bei der durchgehenden Version, ohne Taillentunnel, natürlich nicht.

Und dann fiel mir auf, dass das Model auf dem Schnittbild, das die Variante ohne Taillentunnel trägt, einen Gürtel um hat, um ganz offensichtlich die Mehrlänge oben zu halten.

Dieses entscheidende Detail hatte ich glatt übersehen. So wollte ich das nicht-mäh!


Das Zuviel an Länge musste also heraus.

Um die Länge wegzunehmen, hätte ich den Jumper eigentlich mittig auseinanderschneiden müssen.

Aber dann wäre an dieser Stelle eine Quernaht gewesen und es wäre kein durchgehender Overall mehr gewesen, wie beim Wunschmodell.


Ich war reichlich genervt, legte den Jumper beiseite und vertagte das Problem um eine Nacht.


Um die unerwünschte Quernaht zu vermeiden, entschloß ich mich letztlich, das Zuviel an Länge von oben her wegzunehmen.

Ich dachte mir, entweder es funktioniert so, oder ich muss der Tochter beichten, dass ihr Jumper leider nichts geworden ist.

Also habe ich die Belege in Vorder- und Rückteil, sowie die Träger wieder abgetrennt und in mehreren Etappen von oben zurückgeschnitten, anprobiert, ob es passt und man sich trotzdem noch setzen kann, noch mehr zurückgeschnitten.....; insgesamt musste ich 4 cm an Länge herausnehmen, bis es gepasst hat.

Professionell ist anders, aber schlußendlich hat es funktioniert und ich konnte den Jumper fertigstellen.


Die Tochter ist jedenfalls glücklich mit dem Ergebnis.








Euch eine schöne Woche und lG von Susanne


Bilder von mir


Leinen Baumwolle Webstoff mit Stretch in Weiß von 1000stoff


Hinweis in Sachen Werbung:Unbeauftragte Werbung durch Markennennung; es besteht keine Kooperation; Schnitt und Stoff habe ich selbst gekauft

Dienstag, 4. August 2020

Me Made Mittwoch im August mit dem Factory Dress....

....von Merchant and Mills.





Das Schnittmuster hatte ich mir schon letztes Jahr gekauft, aber statt das Kleid zu nähen, habe ich das Schnittmuster abgewandelt und stattdessen ein Oversize-Hemd genäht und auch hier gezeigt; das passte einfach besser zu meinen Bedürfnissen.

Dieses Jahr wollte ich nun endlich das Kleid umsetzen.

Das Factory-Dress ist ein Hemdkleid mit lockerer Passform, das wegen des legeren Schnittes ohne weiteren Verschluß über den Kopf an- und ausgezogen werden kann.

Trotz des schlichten Designs hat es ein paar nette Elemente;
natürlich einen Hemdkragen,
überschnittene, weite Ärmel mit Aufschlag,
Brusttaschen, die bei meiner kleinen Oberweite immer ein günstiges Detail sind,
in das vordere Rockteil werden vor dem Ansetzen zwei kleine Falten eingelegt, ansonsten fällt der Rock gerade
und in das Rockteil sind Seitennahttaschen integriert

Ein schlichter Schnitt braucht für mich einen schönen Stoff, um zu wirken.

Gekauft habe ich einen leichten Tencel, der sich wunderbar glatt und kühl anfühlt, dezent glänzt und schön fällt.
Ich war ganz glücklich, dass ich einen olivfarbenen Tencel gefunden habe, weil ich diese Farbe einfach liebe und schon immer ein Kleid in dieser Farbe wollte.

Das englische Schnittmuster enthält eine illustrierte Anleitung, die knapp, aber ausreichend ist.
Eine Nahtzugabe von 1,5 cm ist bereits mit angezeichnet.
Durch den simplen Schnitt gelingt auch eine saubere Innenverarbeitung problemlos.

Seit ich mir Hosen nähen kann, bin ich nicht mehr so die Rock- oder Kleiderträgerin, außer im Sommer.
An heißen Tagen fühle ich mich in Kleidern doch viel luftiger und irgendwie auch befreiter und zudem wirkt ein Kleid immer feminin und gut angezogen.
Dafür braucht es für mich kein aufwändiges Design; ich mag es lieber unkompliziert und eher schlicht.

Mein neues Factory-Dress ist perfekt für die momentan superwarmen Tage, weil es die Figur lässig umspielt, nichts klebt und einfach bequem ist.
Hier mag ich auch die Taschen im Rockteil, weil sie wegen der Weite nicht auftragen können und Taschen, wenn man sie hat, doch praktisch sind.

















Genäht und auch einige Male getragen habe ich den Schnitt bereits Ende Juni und eigentlich hatte ich vor, das Kleid beim Me-Made-Mittwoch-Treffen im Juli zu zeigen.
Aber im Juli schwächelte der Sommer und ich hatte keine Lust auf Fröstelfotos.

Dafür zeigt sich der August von seiner besten Sommerseite und ich kann das Kleid heute beim monatlichen MMM-Treffen vorstellen.
Gastgeberin ist diesmal Ina von Fitzladen, die für die hochsommerlichen Temperaturen einen ähnlichen lockeren Kleiderschnitt genäht hat und sehr gut damit aussieht.

LG an das MM-Team und die anderen Teilnehmerinnen
von Susanne


Bilder von der Tochter, gechossen am Wochenende bei großer Hitze und wehendem Wüstenwind

Olivfarbener Tencel von Juni-Design



Hinweis in Sachen Werbung:Unbeauftragte Werbung durch Markennennung; es besteht keine Kooperation; Schnittmuster und Stoff habe ich selbst gekauft

Sonntag, 2. August 2020

Schnittabwandlung zum romantischen Sommerwunschkleid

Die Tochter entdeckte beim stöbern im Netz ein Sommerkleid, das ihr wahnsinnig gut gefiel, aber ihr studentisches Budget weit überschritt.

Daher schickte sie mir ein Bild und fragte, ob ich ihr das Modell nicht nachnähen könnte.

Das Vorhaben erschien mir machbar, so dass ich zustimmte.

Zunächst suchte ich nach einem Schnitt, der dem Wunschmodell möglichst nahe kommt und fand ihn mit diesem Kleid:


Quelle: Burda Style 5/2019 #107
Quelle:Burda Style 5/2019 # 107


Der Schnitt enthielt diverse Elemente des Wunschkleides, die ich übernehmen konnte:
-Blusenkleid
-V-Ausschnitt
-durchgehende Knopfleiste
-weites Rockteil

Hinzugefügt habe ich dem Schnitt ein gedoppeltes, breites Taillenband
und
die weiten Ärmel habe ich abgeändert, indem ich sie gekürzt habe, mittig einen Schlitz eingefügt und an den Manschetten ein breites Bindeband zum knoten ergänzt habe.

Normalerweise bin ich kein Freund von Probemodellen, aber diesmal war es unabdingbar, um zu überprüfen, ob die Änderungen zum gewünschten Ergebnis führen.
Erfreulicherweise hat es gut funktioniert.

Genäht habe ich für die Tochter die Größe 36 und, wie immer bei Burdaschnitten, die Schulterbreite um 1 cm verschmälert.

Stoff für das Kleid ist ein sandfarbener Tencel, den die Tochter sich ausgesucht hat.
Der Stoff ist sehr schön; leicht, aber blickdicht, glatt und mit einem dezenten Glanz.

Entstanden ist das Kleid übrigens in Abwesenheit der Tochter, aber ich habe sie über den Nähprozess via Whats App auf dem Laufenden gehalten.

Sie hat sich schon sehr auf das Kleid gefreut und konnte es schließlich am Wochenende endlich anprobieren.
Die Passform war gut und nachdem die Restarbeiten, wie Saumlänge bestimmen und Knöpfe annähen
erledigt waren, hat sie für mich gemodelt.



















Ich wünsche euch einen guten Start in die neue Woche und seid lieb gegrüßt,
Susanne


Bilder:von mir


sandfarbener Tencel von Naturstoff
Perlmuttknöpfe:gekauft von der Tochter


Hinweis in Sachen Werbung:Unbeauftragte Werbung durch Markennennung; es besteht keine Kooperation; Stoff und Schnittmuster habe ich gekauft