Samstag, 11. Oktober 2014

Slimfit Pants

Für meine Versuche im Rahmen des HosenHerbstes hatte ich beim Stoffkauf in der nächsten Stadt u.a. einen elastischen Baumwollstoff mit Kravattenmuster erstanden.

Bei der Suche nach einem geeigneten Schnitt für diesen Stoff wurde ich bei der Burda Comunity auf das Schnittmuster 115 aus Burda 3/2014 aufmerksam.




Einige User der Comunity hatten das Schnittmuster rauf und runter genäht und sich einhellig begeistert über den Schnitt geäußert.
Einige Beispiele sind zu sehen  hier, hier und hier.

Der schmale Schnitt beinhaltet viele typische Jeansdetails und im Heft gibt es eine bebilderte Nähschule dazu. Da ich mir eine Slimfit Pants aus meinem Stoff gut vorstellen konnte, habe ich den Schnitt ausprobiert.
Zugeschnitten habe ich Gr.36 und dann die Hose in einem Rutsch, bis auf den Bund, zusammengenäht.
Die Anprobe war ernüchternd.
Die Hosenbeine passten gut, aber im oberen Vorder- und Rückteil war Luft, sehr viel Luft.
Warum an diesen Stellen zu viel Weite war, kann ich mir nicht erklären. Ich schwöre, dass ich die Nahtzugaben ordentlich angezeichnet hatte und den Stoff behandelt und genäht hatte, wie sonst auch.
Nun ja, an den Seiten konnte und wollte ich nicht zu viel wegnehmen; das wäre zu Lasten der Taschen gegangen.
Also habe ich den Reißverschluß wieder herausgetrennt, die Nähte bis zu den Beinnähten geöffnet, das Schnittmuster erneut aufgelegt, nachgeschnitten und nochmal enger neu genäht. Auch an den Seiten habe ich Weite herausgenommen. Jetzt passte die Hose.

Blieb noch der Bund.
Burda hat dafür als Schnittteil einen geraden Bundstreifen vorgesehen.
Ich war etwas irritiert, da die Hose aus elastischem Material gearbeitet wird und einige, wenn auch nicht alle Burdauserinnen, nutzten für den Schnitt einen Formbund.
Aber ich dachte, ok, Burda muß es ja wissen und ein Hohlkreuz hast du ja nicht und nutzte das vorgegebene Bundteil.
Das Ergebnis war katastrophal, der Bund stand fürchterlich ab.
Also habe ich den Bund wieder abgetrennt und einen Formbund konstruiert. Lucy Living hat dankenswerterweise hierfür einen Link bereitgestellt.

Im Ergebnis bin ich von diesem Schnittmuster nicht begeistert, dafür hat der Schnitt mich zu sehr geärgert.
Auch den leichten Katzenbart, den man übrigens bei den anderen Hosennäherinnen auf der Burdacommunity auch erkennen kann, habe ich trotz flacherem Abnähen der vorderen Schrittnaht, nicht vollständig eliminieren können.
Daher wird dies die einzige Hose nach dem genannten Schnitt bleiben.











LG von Susanne

Bilder vom Sohn

Kommentare:

  1. Voller Hoffnung habe ich die ersten Zeilen gelesen, ein enger Hosenschnitt, welcher perfekt passt, das wäre es doch gewesen. Für die beschriebenen Probleme hast du die Hose hervorragend gerettet und der Stoff ist wirklich schön. Ich finde auch den Katzenbart für eine enge Hose wirklich dezent, an der Stelle entstehen ja auch beim Tragen die Sitzfalten. Bei gekauften Hosen gibt es an der Stelle doch wahre Katzenvollbärte.
    Viele Grüße und ein schönes Wochenende.
    Sylvia

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    1. Danke, liebe Sylvia.
      Ja, schade dass der Schnitt nicht 100% funktioniert.
      Die Tochter war sehr interessiert an diesem Schnitt, da es ihre bevorzugte Hosenform ist. Sie hat die Hose auch anprobiert, war aber nicht überzeugt vom Sitz und für einen Anpassungsmarathon fehlt mir die Geduld.
      Ich selbst werde die Hose so tragen, da mir der Stoff sehr gefällt und einiges läßt sich ja durchs Styling verdecken.
      LG von Susanne

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  2. Hallo Susanne,
    also,wenn ich dein kampf so durch lesen, muss ich dich loben, denn dafür hast du super ergebnis erzielt.
    eine sache muss ich dir auch noich sagen.
    die strech-enge jenas ist die schwiergiste hose unter allen überhaupt.
    wenn du die drauf hast- bist du gut in hosen nähen!
    nun zu deinen problemen näher angehend:
    1. schau dein bild von vorne an. deine (auf dem foto gesehen) linke hüfte in der mitte weist eine nach innen gehen kuhle auf. das passiert,wenn man die die hüfte zu sehr realität nachbildet. tatsächlich muss man genau an dieser stelle ,wo nichts ist 5 mm lassen.
    d.h. man darf nicht zu sher anatomisch nachbilden(ca. ab 30+):
    http://club.season.ru/index.php?act=Attach&type=post&id=245403
    2. dein katzenbart kann auch nciht verschwinden,weil einer der ursachen dafür ist,dass es im bereich nicht genügend volumen ist. für katzenbart sind im grunde 2 dinge zuständig:
    nicht anatomische wiederholung der kurve im schritt und enge auf der horizontale der hüfte.
    d.h. man soll mit vorsicht etwas weg stecken.
    3. die querfältchen am hinteren hosenbein sind immer ein zeichen für zu enges hosenbein hinten.
    all das ist im grunde nur,damit du für die zukunft weiß,woran es liegt und ekin appel,etwas zu ändern;-)
    wie gesagt, das,was du gemacht hast zählt zu den königsdisziplin!
    daher, du kannst stolz sein auf dein ergebnis! es ist wirklich grosse klasse!

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    1. Danke, liebe Julia, für deine Analyse und den hilfreichen Link.
      Ich hatte schon befürchtet, dass diese Hosenform ihre Tücken hat, aber nach den Lobpreisungen in der Burdacommunity wollte ich es gern versuchen...Ich übe das Hosennähen auf jeden Fall weiter, denn die Kommentare und Hilfestellungen motivieren mich, die Passformänderungen anzugehen.
      LG von Susanne

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  3. Ich finde auch, dass die Hose super aussieht und eine tolle Figur macht. Querfältchen hinten wegzukriegen durch Nähte auslassen, ist echt schwierig, wenn man nicht den gesamten Sitz der Hose beeinträchtigen will. Ich hatte mir schon mal überlegt, ob ich nicht das rückwärtige Hosenteil ein paar Milimeter weiter mache als das vordere. Das hat aber nicht richtig geklappt. Manchmal habe ich auch nicht die Geduld viel zu ändern und bin wohl auch nicht perfektionistisch genug. Demnächst mache ich mich nochmal an Hose 104 aus Burda 3/13, die mir sehr gut gefällt, auch wenn meine letzte hinten lange nicht so gut sitzt wie deine jetzt.
    LG
    Susanne

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    1. Danke, liebe Susanne.
      Ich sehe das auch nicht so verbissen; wollte ich meine genähten Sachen 100% perfekt haben, dürfte ich gar nichts nähen, denn dafür fehlt mir schlicht und einfach das know how und außerdem ginge mir wohl auch der Spaß daran verloren.
      Ich habe hier auch noch einen stretchigen Stoff liegen, den ich mir nur als schmale Hose vorstellen kann und werde dafür wohl auch nochmal den von dir genannten Hosenschnitt aus der Burda nutzen. Der Schnitt hat zwar keine Taschen, aber dafür sitzt er gut-man muß halt prioritäten setzen, : ).
      LG von Susanne

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  4. Ah, stimmt, ohne Taschen finde ich es auch nicht so gut. Vielleicht könnte man die Taschen von deiner Hose hier übernehmen.

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    1. Das ginge bestimmt und letztlich sähe es mit Taschen einfach besser aus.
      LG von Susanne

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  5. bewundernswert, dass du sie so klasse hinbekommen hast :-)

    lg und noch ein schönes restwochenende
    anja

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    1. Dankeschön, liebe Anja.
      Ich gehe jetzt Kuchen backen, das klappt auf jeden Fall, : )
      LG von Susanne

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  6. Ich finde auch (trotz Vorgeschichte) die Hose sieht super an Dir aus!! Manchmal werden wir Nähnerds vielleicht ein wenig sehr kritisch, gerade bei Hosen, die verändern ihren Sitz im Laufe des Tages eh, geht jedenfalls mir so. Ich schaue ganz begeistert auf Dein Werk!!! LG Michaela

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    1. Lieb von dir, danke.
      Ja klar, durchs Tragen "bewegt" sich noch einiges bei der Hose; so hat sich die Hose im Lauf des Tages an mir noch etwas geweitet. Ist aber nicht schlimm, denn so richtig knalleng muß die Hose auch nicht sitzen.
      LG von Susanne

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  7. Ich finde die Hose super. Allerdings überlege ich nun nach deiner Beschreibung, ob ich den Schnitt wirklich ausprobiere, denn ich bin mit der Slimfit aus der aktuellen Ottobre ganz gut gefahren.
    Diese Querfalten finde ich absolut akzeptabel und ich habe noch nie eine Hose im Jeansstil gesehen, die keine hatten. Es ist ja gewollt, dass diese Hosen am Oberschenkel eng sitzen wie soll es dann technisch möglich sein, dass da keine entsehen, wenn man sich in der Hose auch bewegen und hinsetzen will?
    Schau dir nur mal die Slimfit-Jeans/Cordhosen im Boden-Katalog an, da sind die Querfalten auch und bei Boden sitzen die Klamotten meiner Meinung nach an den dünnen Models immer sehr gut.
    Liebe Grüße
    Julia

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    1. Danke, liebe Julia.
      Laß dich von mir bloß nicht abhalten, den Schnitt zu probieren, in der Burda Comunity wird der Schnitt gefeiert.
      Im nachinein hätte ich, soviel wie ich an der Hose weggeschnitten habe, wahrscheinlich besser eine Nr. kleiner genommen. Aber da ich bei Burda bei Röcken und Hosen immer eine 36 habe, habe ich vorher nicht gemessen.
      Stimmt schon, Querfalten sieht man bei engen Hosen immer mehr oder weniger, war mir gar nicht mehr bewußt, da ich schon lange keine so engen Hosen mehr getragen habe.
      LG von Susanne

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  8. Liebe Susanne,

    als ich Deine Zeilen las fand ich es schon sehr anerkennenswert, wie hartnäckig Du dabeigeblieben bist und dann kommen die Fotos und ich muss auch sagen, dass ich sehr angenehm überrascht bin, denn ich denke, dass man wenig Kaufhosen hat, die so gut passen, bei den meisten ist es doch auch ein ewiges Rumgezuppel, gerade bei diesen engen SlimFit-Hosen. Du musst die Hose auf alle Fälle tragen!
    LG Carola

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    1. Dankeschön, Carola.
      Zwischenzeitlich habe ich schon überlegt, ob ich die Hose nicht besser entsorge. Aber dann hat es mir um den Stoff leidgetan und ich dachte, ich versuche es jetzt, so gut ich kann und falls sie hinterher nicht sitzt, kommt sie dann halt weg.
      Aber der Mann und die Kinder finden die Hose gut und ich habe sie gestern den ganzen Tag getragen und mich auch wohl darin gefühlt. Und ich werde sie auch zukünftig tragen.
      LG von Susanne

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  9. Ich kann mich nur anschließen: Toll, was Du da gezaubert hast. Die Mühe hat sich gelohnt, und die Hose hat eine super Passform. Ich bin begeistert!
    Liebe Grüße, Sandra

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    1. Danke für dein Lob, liebe Sandra.
      Ich wünsche dir noch einen schönen Sonntag,
      lG von Susanne

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